Der Royal Chitwan Nationalpark

Durch die oben beschriebene Entwicklung wurden die natürlichen Lebensbedingungen der in dieser Region lebenden Wildtiere so stark verschlechtert, daß man um das Aussterben einzelner, ohnehin seltener Arten fürchten mußte. So war die Population des indischen einhörnigen Rhinozeros von 800 im Jahr 1950 auf weniger als 100 Anfang der 60er Jahre gesunken. Schuld daran war außer der Verringerung des deckungsgebenden Lebensraumes auf ein Viertel der ursprünglichen Fläche das starke Zunehmen der Jagdtätigkeit einerseits auf das Nashorn wegen seines in China als Aphrodisiaka begehrten pulverisierten Hornes, andererseits auf den Tiger wegen der von ihm vermeintlich oder tatsächlich ausgehenden Gefahr und der Felle. Was also mehrere Jahrhunderte großer Jagdveranstaltungen der Rana Prime Ministers und ihrer Gäste nicht geschafft hatten, war nun in ein paar Jahren dahin.
1962 verbot die Regierung das Jagen in diesem Gebiet und schuf ein Naturschutzgebiet unter der Obhut bewaffneter Wachen, der 'Rhino Patrol'. Das unausgebildete und mit ungenügenden Mitteln ausgestattete Personal konnte jedoch mit der Vielzahl auftauchender Probleme nicht fertig werden, bis das Gelände schließlich mit Unterstützung des World Wildlife Fund und des United Nations Development Projects zu einem richtiggehenden Nationalpark ausgebaut wurde. Er wurde eingezäunt, mit den entsprechenden Fachkräften ausgestattet und für die einheimische Bevölkerung zum 'verbotenen Gebiet' erklärt, was in der Umgebung des Parks lange dazu führte, daß man Touristen den Besuch ausreden wollte, da er ein militärisches Übungsgelände und Sperrgebiet sei. Die Öffentlichkeitsarbeit der Regierung und Parkverwaltung schien also einiges zu wünschen übrig zu lassen.
Nur zu bestimmten Zeiten dürfen die Siedler zur kontrollierten Ernte von Elefantengras den Park betreten, da sie zur Instandhaltung ihrer Hütten darauf angewiesen sind. Durch die starke Abholzung des Gebietes ist inzwischen Das Gelände des Parks ist 967 qkm groß, etwa 120 m hoch am Narayani-Fluß gelegen und über weite Teile mit Regenwald oder dem bis zu 5 m hohen Elefantengras bewachsen. In ihm leben heute etwa 400 der 900 noch existierenden indischen einhörnigen Nashörner und 70 der 2.000 bengalischen Königstiger, von denen es vor 50 Jahren auf dem indischen Subkontinent noch etwa 40.000 gab! Außerdem gibt es Leoparden, Hirsche und Rehe, Bären, Schakale, Marder, Affen und etwa 300 Vogelarten. In den Flußarmen brüten außerdem zwei Arten Krokodile, für die es auch eine Brutstation gibt.
Ein kleines Museum nahe des Parkeinganges bei Sauhara bietet gute Informationen über Natur, Entstehung, Entwicklung und Probleme des Parks.
Im Morgengrauen hat man von den Pfahlhütten einen wunderschönen Ausblick auf die Tierwelt im Park. Informieren Sie sich vorher über das Verhalten gegenüber den Tieren, auch in Gefahrensituationen, in dem kleinen, oben erwähnten Museum. Ohne Führer ist das Betreten des Parks nicht erlaubt.

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